Wasserleitungen und –rohre
Abwasser und Wasserverfügbarkeit
Eine verstopfte Rohrleitung im Hof unseres Kinderhauses und
ein defekter Wasserhahn musste vom Klemptner repariert
werden. Für die Kinder war es der Anstoß zu vielen Fragen:
- Was ist passiert?
- Warum stinkt das?
- Wie wird Abwasser wieder sauber?
- Was passiert in einem Wasserrohr?
- Wie bewegt sich Wasser?
- Können wir das Wasser bewegen?
- woher kommt unser Wasser?
Wir stellten uns den Fragen der Kinder und starteten
unser Forscherprojekt.
Mit Hilfe der Experimentierkarten vom „Haus der kleinen
Forscher“ stiegen wir in das Thema Wasser ein. Ein
Elternabend zum Projekt wurde veranstaltet und Eltern
gefunden die uns in unserem Vorhaben unterstützten.
Wir starteten mit Experimenten, die die Bewegung des
Wassers in den Rohren verdeutlichten. Mit einem
transparenten Wasserschlauch konnten die Kinder sehen, wie
sich das Wasser darin verhält und wie wir es beeinflussen
können. Im Sinne einer „Wasserwaage“ konnten sie mit dem
Wasser experimentieren und machten die Feststellung, dass
sich das Wasser im offenen Schlauch immer die Waage hält.
Wurden die Schlauchenden geschlossen konnte man durch
einseitiges Anheben eines Schlauchendes den Wasserspiegel
mit anheben. Es war etwas schwierig, weil die Daumen der
Kinder zum Verschließen der Öffnung gerade groß genug waren,
aber der Effekt war toll und für die Kinder war es ein sehr
anschaulicher Versuch!
In einer von den Eltern zur Verfügung gestellten
Plastik-Wasserbahn wurde die Fließeigenschaft des Wassers
erforscht. Die Forscherkittel wurden gegen große weiße
T-Shirts getauscht, die über die Regenkleidung passten, so
dass trotz des zeitigen Frühjahrs im Freien experimentiert
werden konnte. Hier konnten die Kinder großzügig mit dem
Wasser experimentieren. Mit der dazu gehörigen Pumpe wurde
das Waser in ein kleines Sammelbecken gepumpt, durch das
Öffnen der Schleuse floss es in verschiedene Bahnen. Die
Kinder konnten das Wasser stauen, lenken und nach oben
pumpen. So erlebten die Kinder hautnah, was sich sonst in
geschlossenen Kreisläufen abspielt.
Zurück in den Räumen gab es Versuche, gefärbtes Wasser über
die Kapillarwirkung mit Hilfe von Küchenpapier von einem
Glas in ein anderes laufen zu lassen.
Ein weiteres nahmen wir uns dem Thema Wasserleitung an.
Unterstützt von Frau Schifferdecker bauten die Kinder selbst
eine Wasserbahn aus Luftballon und Pappmasche, an einem
Gestell aus Bambusstäben. Diese Aufgabe war etwas
schwieriger, so dass sie längere Vorbereitung brauchte und
in mehreren Arbeitsschritten stattfand.
Danach starteten wir das Thema: Wasserreinigung. Um es
gut zu veranschaulichen, zeigten wir zuerst, welche
Materialien wir zum Wasserreinigen nutzen wollten. Alle
waren mit Feuereifer dabei, gossen das mit Erde getrübte
Wasser nacheinander durch verschiedene Filter und verglichen
die Ergebnisse. Begeistert stellten alle fest, dass es immer
klarer wurde. Tags darauf kam eine Mutter, um sich das
Wasser, das „aussah wie Apfelsaft“ selbst anzuschauen.
Wir nahmen Kontakt mit den Stadtwerken auf, um
Besichtigungstermine für den Wasserturm zu vereinbaren.
Leider ist dieser aber wegen Statischer Probleme zurzeit
nicht zugänglich. Wir erhielten stattdessen das Angebot die
Katakomben des Aquadroms (Schwimmbad) zu besuchen. Dort
sahen wir eine überwältigende Anzahl an Rohren und
Abstellhähnen, Pumpen und Filter, sowie Thermometer und auch
die Chemikalien, die nötig sind, um das Wasser zu reinigen.
Herr Sprott, der Bäderleiter, führte uns durch die
Unterirdischen Gänge und zeigte uns alles. Die Kinder
beeindruckt. Die Tatsache, dass wir nicht zum Schwimmen
gekommen waren, war für keines der Kinder ein Thema, zu sehr
faszinierte diese fremde Welt aus Rohren und Leitungen.
Unser zweiter Ausflug führte uns in das Wasserwerk
unserer Gemeinde. Herr Schweikert empfing uns dort, zur
besseren Vermittlung hatten wir zwei Termine vereinbart und
die Gruppe geteilt. Er führte uns zwischen den vielen bunten
Lichtern und großen Tanks herum. Auch hier gab es Rohre,
doch bei weitem nicht so viele wie im Aquadrom. Am meisten
und nachhaltigsten hat uns der gewaltige Wassertank
beeindruckt, der das gesamte Tagesvolumen des Wassers für
Reilingen, Altlußheim, Neulußheim und Hockenheim enthält.
Für die Kinder sah es aus wie ein riesiges Schwimmbecken!
Zurück in der Einrichtung erzählten sie allen von dem großen
Becken in dem auch Erwachsene nicht stehen können und in das
nur Taucher zur Reinigung hindürfen.
In unserem wöchentlichen Musikgarten bauten wir ein
Wasserreinigungsspiel ein, bei dem die Kinder als
schmutziges Wasser durch einen Filter kriechen mussten und
danach von „Dreck“ befreit heraus kamen. In einer imaginären
Waschstraße wurden die Kinder zu Autos, die von vielen
Wasserstrahlen (Händen) während des durch kriechens
gereinigt wurden. Unser Regentropfenlied wurde begeistert
gesungen und dazu getanzt.
In unserer Bewegungsbaustelle „flossen“ die Kinder als
Wasser die Rutschenbretter herunter und die Pumpenkinder
versuchten das Wasser wieder nach oben zu schieben. Ein
großer Spaß, bei dem wir schnell zu dem Ergebnis kamen, das
es leichter ist das Wasser über die Leitern nach oben zu
bringen.
Auf der echten Baustelle gegenüber unserer Einrichtung
wurden beim Abriss des Gebäudes auch die alten Leitungen
sichtbar und wir durften sie, nach Beendigung der Arbeiten,
in Augenschein nehmen.
Wir stellten fest, wie sich die Ideen der Kinder nicht
nur um Wasser in Rohren drehten, sondern auch
Weiterentwicklungen rund um das Thema Wasser gesucht und
gefunden wurden.
Die Kinder waren bei dem ganzen Projekt eifrig bei der
Sache und holen sich immer wieder den Ordner, den wir als
Dokumentation unserer Arbeit angelegt hatten. Experimente
wurden während der Freispielzeit wiederholt und im
Stuhlkreis wurden die neuen Erfahrungen besprochen. Die
Plakatausstellung in der Garderobe kann von Kindern und
Eltern genutzt. Vieles haben die Kinder den Eltern zu
berichten.
Alles in allem war es ein sehr spannendes Abenteuer, das
uns Bereiche gezeigt hat, die wir vorher noch nicht gekannt
hatten. Eine Vertiefung zum Thema Wasser ist für den Sommer
bereits geplant.
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